Das neue Wiesbaden

2014

Performanceinstallation

UA 28. Jun. 2015, Staatstheater Wiesbaden

Credits:

Konzept und Leitung: Eleonora Herder
Dramaturgie: Anna Schewelew
Bühnenbild: Sabine Born
Bühnenbildassistenz: Lucia Bushart
Performance: Eleonora Herder, Maria Isabel Hagen & Sabine Born
Videodesign: Alla Poppersoni
Interface: Zentralwerkstatt / Fabian Offert
Sounddesign: Jan Mech

Eine Produktion des Staatstheater Wiesbaden.
Diese Produktion hat die Postgraduiertenförderung der Hessischen Theaterakademie erhalten.

Thema dieser Performanceinstallation ist die Frage inwiefern Menschen durch Städteplanung und Architektur im zwanzigsten Jahrhundert geformt wurden.

Die Zwofadolei* ist ein Zweifamilienhaus mit Doppelleitung, das der Frankfurter Bauhausarchitekt und Städteplaner Ernst May 1926 zu Anschauungszwecken für die internationale Architekturtagung für neues Bauen entworfen und gebaut hat. In diesem Musterhaus sah er die Lösung für die europaweit drängenden Fragen des Städtebaus und der Unterbringung von Menschen am sogenannten Existenzminimum.

Für May war die Rationalisierung, Standardisierung des Wohnens und Vereinfachung der Arbeitsvorgänge Voraussetzung für soziale Veränderungen und der Grundbaustein für eine neue Ära der Gemeinsamkeit und Menschlichkeit.

1963 veröffentlichte er seine städtebaulichen Pläne für ein „neues Wiesbaden“, nach welcher ein Großteil aller Altbauten und Jugendstilvillen abgerissen und durch moderne Wohnblöcke und Reihenhäuser ersetzt werden sollte. Das von Bürgerinitiativen verhinderte Projekt wurde dann nur noch am Stadtrand Wiesbadens umgesetzt. Die Gebäude werden heute von der Gewerkschaft für Hessisches Wohnen verwalten und als Sozialwohnungen verwendet.

Eleonora Herder und ihr Team haben die Bewohner*innen von Schelmengraben besucht und mit Ihnen über ihre Alltag und ihre Vorstellung von Wohnen gesprochen. Ist Mays Plan aufgegangen? Gibt es ihn, den neuen Wiesbadener? Lebt er vielleicht ganz leise und unbemerkt am Stadtrand dieser schnörkeligen Stadt?

Thema dieser Performanceinstallation ist die Frage inwiefern Menschen durch Städteplanung und Architektur im zwanzigsten Jahrhundert geformt wurden.

Wie weit sich Diskurse, Geschichte und Politik einer Zeit und einer Stadt in ihrer Städteplanung widerspiegelt und was die Menschen heute davon noch in sich tragen. Wirken die architektonischen Setzungen von damals wie eine gespenstische Utopie in den Bewohner*innen von heute fort?

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